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Ärzte

Handchirurgie

Tagtäglich benutzen wir unsere Hände und damit die Finger- und Handgelenke. Sie sind für jegliche Greif- und Haltebewegungen im Einsatz.

Wie bei vielen anderen Gelenken des Körpers können Verschleiß (Arthrose) oder Verletzungen - z.B. durch Quetschungen, Schnitte, Stürze oder Unfälle zu Schädigungen der Hand führen, die einen chirurgischen Eingriff erforderlich machen, um die Beweglichkeit und Mobilität für ein aktives Leben wieder herzustellen.

In unserer chirurgischen Praxis bieten wir innovative und minimalinvasive Operationen, mit denen häufige handchirurgische Erkrankungen wie die folgend benannten gut behandelt werden können:

Karpaltunnelsyndrom

Entstehung und Symptome:

Das Karpaltunnelsyndrom entsteht durch eine Druckschädigung des Nervus medianus. Dieser Nerv ist für die motorische und sensible Versorgung des 1. -4. Fingers der Handinnenseite zuständig. Durch die Schädigung dieses Nerves kommt es zu einem Kribbeln und Einschlafen der Hände und nächtlichen Schmerzen.
Bei einer langandauernden Symptomatik kann es auch zu einem Rückgang der Muskulatur kommen, was man vor allem am Daumenballen beobachten kann.

Frauen werden davon dreimal häufiger betroffen als Männer.

Die Ursachen dieser Erkrankung sind vielfältig und auch nicht immer sicher zu klären. Beispiele dafür sind:

  • Veränderungen der knöchernen Wände des Karpalkanals
  • Entzündungen und Schwellungen der Sehnenscheiden, die den Nerv umgeben
  • Rheumatische Erkrankungen
  • chronische Überlastungen

Diagnostik:
Typisch für diese Erkrankung sind die Schmerzen und das Kribbeln im 1. – 4. Finger der betroffenen Hand. Beim Klopfen auf die Region des Karpaltunnels kommt es zu Schmerzen und einem elektrisierenden Gefühl der betroffenen Finger (Hofmann-Tinel-Zeichen).

Im weiteren Verlauf ist dann eine Messung der Nervenleitung durch einen Facharzt für Neurologie erforderlich. Hier muss ausgeschlossen werden, dass die Beschwerden durch eine Veränderung der Halswirbelsäule (Bandscheibenvorfall) hervorgerufen werden.

Therapie:
In leichten Fällen ist ein konservativer Behandlungsversuch mit einer nächtlichen Lagerungsschiene, einem Elektrotherapiegerät und einer medikamentösen Behandlung mit nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAR) möglich.

HandchirurgieIn den anderen Fällen wird eine operative Behandlung notwendig.
Wir führen diese in einer minimalinvasiven, offen Variante durch.
Dabei wird über einen knapp 2 cm langen Schnitt das Band, das den Karpalkanal überspannt, dargestellt. Dieses wird dann unter Sicht durch­trennt und der Nerv zusätzlich von umgebenden Verwachsungen oder Narbensträngen befreit.

Nachbehandlung:
Unmittelbar nach der Operation wird ein Verband angelegt. Die Fäden werden nach 8–10 Tagen entfernt. Danach empfehlen wird noch eine Schonung für 2 Wochen. Nach 3–6 Monaten ist dann eine neurologische Kontrolluntersuchung anzuraten.  

Morbus Dupuytren / Duputren´sche Kontraktur

Symptome und Ursache:
Durch eine Vermehrung von Bindegewebe in der Hohlhand kommt es zur Ausbildung knotiger Stränge. Diese betreffen vor allem den 4. und 5. Finger.

Diese Stränge zeigen weitergehende Veränderungen.  Sie verhärten sich weiter und es kommt zu einem Zu­sammen­ziehen des Gewebes, einer sogenannten Kontraktur. Dadurch kommt es zu einer zunehmenden Beuge­fehl­stellung der betroffenen Finger. Entsprechend dem Ausmaß der Fehlstellung  wird die Erkrankung in 6 Sta­dien eingeteilt.

Diese Erkrankung betrifft vor allem Männer und tritt meistens im 4. und 5. Lebensjahrzent auf.

Die Ursachen der Dupuytren´schen Kontraktur sind unklar. Eine Vererbung ist aber nachgewiesen.

Diagnostik:
Die Diagnose kann allein anhand der klinischen Untersuchung gestellt werden. Zusätzlich sollten Begleit­erkrankungen abgeklärt werden.

OP-Saal & Nahtmaterial der ChirurgieTherapie:
Konservative Therapiemethoden können nicht zu einer Hei­lung führen.

Die einzige Therapiemethode, mit der eine nachhaltige Ver­besserung der Fingerfunktion erreicht werden kann, ist die operative Entfernung der Stränge. Hierbei werden die Stränge dargestellt  und diese soweit wie möglich entfernt. Dabei muss auf  die in unmittelbarer Nachbarschaft gele­genen Nerven und Gefäße geachtet werden.

Bei noch nicht sehr fortgeschrittenen Befunden ist diese Operation ambulant durchführbar. In anderen Fällen muss diese im stationären Umfeld ausgeführt werden.

Nachbehandlung:
Nach der Operation wird die Hand vorübergehend ruhig­ge­stellt. Wenn abzusehen ist, dass die Wundheilung kompli­kationslos verläuft, wird sofort ein Übungsprogramm ein­ge­leitet, um die Funktionsfähigkeit möglichst schnell wiederherzustellen.

Schnellender Finger / Schnappfinger

Entstehung und Ursachen:
Schnellender Finger bzw. SchnappfingerDurch eine Schwellung der Beugesehnen und der zugehörigen Sehnen­scheiden kommt es zu einer Störung des Sehnengleitens im Bereich der Finger. Das gestörte Sehnengleiten macht sich in Form eines Schnappens im Beugesehnenbereich bemerkbar.

Die Ursachen für die Entstehung der Schwellungen der Beugesehnen und der Ringbänder / Sehnenscheiden sind vielfältig:

  • kurzfristige und chronische Überlastungen
  • Entzündungen und Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • Arthrosen
  • Verletzungen der Beugesehnen

Häufig lässt sich aber auch keine eindeutige Ursache erkennen, so dass die Erkrankung im medizinischen Sprachgebrauch als idiopathisch bezeichnet wird.

Diagnostik:
Die Diagnose lässt sich häufig bereits durch eine Untersuchung stellen. Hier lässt sich durch Druck auf die ver­engte Region das Schnappen deutlich auslösen. Gegebenenfalls kann mit einer Ultraschalluntersuchung das ver­dick­te Sehnengewebe lokalisiert werden.

Schnappfinger Handchirurgie (Handchirurgie, OP-Saal)Therapie:
In wenigen, gering ausgeprägten Fällen lässt sich mit anti­entzündlichen Maßnahmen eine Verbesserung erreichen. Kortisoninjektionen führen häufig nur zu einer kurzfristigen Besserung und schädigen bei mehrfacher Injektion die Sehnen.

Ein anhaltender Therapieerfolg ist durch eine Operation zu erreichen.

Hierbei wird über einen 1 – 1,5 cm langen Hautschnitt in der Beugefalte das verengte Ringband dargestellt und durch­trennt.
Danach können die Sehnen wieder frei gleiten.

 

 

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