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Physiotherapie in der Pädiatrie

Physiotherapie bedeutet die Anwendung normaler physiotherapeutischer Techniken, wie beispielsweise die ver­schiedensten Formen der Massage, Atemgymnastik und Krankengymnastik, aber auch die Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage nach dem Bobathkonzept und dem Vojtaprinzip, craniosacrale Therapie, Moto­pädie.

Physiotherapie SPZ | Poliklinik Chemnitz GmbHPhysiotherapeutisch werden Patienten von 0 – 18 Jahren betreut, im Aus­nahmefall bis 21 Jahre, mit den verschiedensten Krankheitsbildern
(z.B. verschiedene Formen der cerebralen Bewegungsstörungen, Muskel­erkrankungen, Epilepsien, Autisten, ZKS, statomotorischen Retardierungen, Hyperaktivität, ...).
Ziel ist die Bewegungsentwicklung sowie die Wahrnehmung, das Verstehen
und die Sprache, als auch die emotionale und soziale Entwicklung des Patienten voranzubringen, das heißt eine größtmögliche Selbständigkeit im täglichen Leben zu erreichen, Kontrakturen und Deformitäten vermeiden bzw. aufzuhalten, aber auch die Sicherung lebensnotwendiger Funktionen von Herz- und Kreislauf und Pflegeerleichterung bei schwerstmehrfachbehinderten Patienten.

Die Planung der Therapieform und der Hilfsmittelversorgung erfolgt individuell nach den Möglichkeiten und Be­dürfnissen des Patienten, dessen Eltern und der beteiligten Pflegepersonen und wird ständig auf die veränderte Situation abgestimmt und gegebenenfalls geändert.

Was wird in der Physiotherapie gemacht?

Die Behandlungsmethoden beinhalten Heilverfahren zur Therapie gestörter physischer Funktionen:

  • Physiotherapie am SPZ ChemnitzDiagnostik der Entwicklung zur Erfassung der Fähigkeiten und Fertigkeiten, sowie der Probleme des Kindes oder des Jugendlichen
  • Aufstellung von Behandlungsziel und Behandlungsplan
  • Elternanleitung, Elternberatung und Elternbegleitung
  • gegebenenfalls Vermittlung an wohnortnahe Therapeuten oder Therapeuten der Kindereinrichtungen (Kindergarten, Schule etc.) und Zusammenarbeit mit diesen (Austausch)
  • Hilfsmittelversorgung; diese umfasst das Heraussuchen, Testen und Anpassen von verschiedenen Hilfsmitteln mit unseren Ärzten und geeigneten Sanitätshäusern bzw. Firmen, welche Hilfsmittel herstellen, als auch den Kontakt zum Medizinischen Dienst der Krankenkassen und der Krankenkassenmitarbeiter, sowie Hilfe bei der Formu­lierung von Widerspruchsschreiben und fachlichen Begründungsschreiben

Hilfsmittel sind zum Beispiel:

  • Fahrhilfen wie Rollstühle und Rehawagen,
  • Sitzhilfen wie Schalenversorgungen oder Therapiestühle,
  • Laufhilfen wie Ergonomic-Walker,
  • Stehhilfen wie Stehständer,
  • Autositze,
  • Pflegebetten,
  • Lagerungshilfen,
  • Korsettversorgungen,
  • Schuh- und Einlagenversorgung
    u.v.m.

Vojta-Therapie

Die Vojta-Therapie ist eine neurokinesiologische Behandlungsmethode die durch gezielte Reizsetzung und der damit verbundenen Weiterleitung über Nervenbahnen an das ZNS (zentrales Nervensystem) motorische Antwortreaktionen in Teilmustern und/oder globalen Mustern aktiviert.

  • Durch eine systematische, s.g. Bahnung wird direkt in die Strukturierung des ZNS eingegriffen.
  • Reize, Muster, Ausgangsstellungen und Antwortreaktionen sind genau definiert bzw. vorgeschrieben.
  • Ein ständiges Setzen von Bahnungen ist kein „Üben“ im herkömmlichen Sinn!
  • Zwei Lokomotionsprozesse werden dabei unterschieden:
    1.) Reflexumdrehen und
    2.) Reflexkriechen
  • Zielsetzung ist eine Antwortreaktion in Form von Körpermustern, die der Sicherung der Körperlage, der Aufrichtung und der gezielten Fortbewegung dient.

Die Vojta-Therapie findet Anwendung in vielen Bereichen - z.B. Cerebralparesen im Säuglings-, Kleinkind- und Erwachsenenalter, bei sensomotorischen Störungen, bei neurologischen und neuromuskulären Erkrankungen, aber auch in der Orthopädie und der Inneren Medizin (Kinder und Erwachsene). Eltern oder andere Bezugs­personen werden zum Therapieren angeleitet, um die Fortsetzung der Behandlung zu Hause abzusichern.

Bobath-Therapie

Das weltweit anerkannte krankengymnastische Pflegekonzept beinhaltet eine ganzheitliche, interdisziplinär anwendbare, neurologisch begründete therapeutische Behandlungsmethode.

  • SPZ in ChemnitzBewegungserfahrung wird über motorisches Lernen ermöglicht
  • pathologische Bewegungsmuster werden gehemmt und physiologische Bewegungsabläufe gebahnt und somit eigene Bewegungsstrategien für die Aufrichtung und Fortbewegung entwickelt
  • im Hinblick auf die kognitive, feinmotorische und psychosoziale Entwicklung werden Hilfestellungen gegeben
  • Förderung in Bezug auf Atmung, Nahrungsaufnahme, vorsprachliche, nonverbale und verbale Kommunikation
  • Entwicklungsbezogener Therapieansatz nach individueller Patientensituation mit alltags- bzw. situationsbezogenem Handeln
  • Eltern und andere Bezugspersonen werden angeleitet, die Therapie in den Alltag umzusetzen
  • Anleitung zum Handling (Handhabung, Aufnehmen, Tragen, Lagern, therapeutisches An- und Ausziehen, Füttern)  –› wichtiger Aspekt in dieser Therapie

Craniosacrale Therapie im Rahmen der osteopatischen Behandlung

Definition der Osteopathie

Die Osteopathie ist zugleich eine Philosophie, eine Wissenschaft und eine Kunst. Ihre Philosophie beinhaltet
das Konzept von der Einheit von Struktur und Funktion des Organismus im gesunden wie im kranken Zustand.
Als Wissenschaft umfasst sie Biologie, Chemie und Physik im Dienst der Gesundheit sowie der Prävention,
der Heilung und der Linderung von Krankheiten. Ihre Kunst besteht in der Anwendung dieser Philosophie und Wissenschaft in der Praxis der osteopathischen Medizin und Chirurgie sowie aller ihrer Fachbereiche.

Ein Bereich der Osteopathie ist die craniosacrale Osteopathie. Sie ist ein ganzheitliches Behandlungskonzept
mit jahrzehntelanger Tradition und bezieht sich in Diagnostik und Therapie auf die Dysfunktionen des "cranialen Rhythmus". Diese Form der Osteopathie umfasst den Schädel, die Wirbelsäule, das Kreuzbein, die Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit, die Membranen, das Gehirn und Rückenmark.

Lokale Störungen und von diesen ausgehende Dysfunktionen und Erkrankungen des gesamten Organismus werden im SPZ ganzheitlich behandelt.

Motopädie

Motopädie (auch Psychomotorik genannt) ist ein ganzheitliches Konzept, welches Körper, Seele und Geist um­fasst. Im Mittelpunkt steht das Kind, die Beziehung zum Kind und das Medium Bewegung.

Die Motopädie orientiert sich an den Bedürfnissen, Wünschen und Stärken des Kindes. Mit dem Ansprechen aller Sinne, durch Spüren und Erleben des eigenen Körpers in der Bewegung werden Selbstwert, Selbstbild
und Eigenaktivität entwickelt bzw. gefördert. Individuelle Bewegungs- und Spielangebote sprechen die Stärken und Fähigkeiten des Kindes an, fördern die Handlungsfähigkeit und stärken die Persönlichkeit des Kindes.

Die Motopädie findet in der Einzelbetreuung oder in Gruppen statt.

Weitere Leistungsangebote der Physiotherapie

  • intensivere Nachbetreuung und Kontrolle der Entwicklung von extrem unreifen Frühgeborenen
  • Befunderhebung und Ganganalyse in Rahmen der Botoxbehandlung
  • Physiotherapie auf Rezept oder Selbstzahler über die Physiotherapiepraxis Markersdorfer Str. mit z.B.:
    • Physiotherapie nach Bobath, Motopädie
    • Kinderturngruppen
    • Adipositasturnen für Kinder
    • Behandlung auf neurophysiologischer Grundlage im Wasser (MC-Millen)
    Physio-TherapieSäuglingsschwimmen
    • Säuglingsmassage
    • Frühgeborenen-Krabbelgruppe
    • Frühgeborenenschwimmen
    • Schlingentherapie
    • osteopathische Behandlung von Kindern und Erwachsenen
       mit Craniosacraler Osteopathie und Visceraler Osteopathie
    • Hausbesuche (ausgewählte, begrenzte Anzahl)

    derzeit im Aufbau:
    • gezielte Autismus und ADHS–Betreuung (z.B. Gruppentherapie)
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