Schriftgröße: A A

Unternehmen

22.05.22 15:34 Uhr

Hämorrhoiden & Co. - (k)ein Tabuthema

Dr. med. Judith Isabell Eckenstein

Erkrankungen des Enddarms und der Anal­region sind ein weit verbreitetes Pro­blem und kommen in allen Bevölkerungs­schichten und allen Alters­klassen vor. Häufig stellen Betroffene die Selbst­diagnose „Hämorrhoiden“ und greifen zu Haus­mitteln oder frei verkäuf­lichen Salben und Zäpfchen.
Auch wenn sich die Symptome bei diversen proktologischen Er­krankungen oft ähneln, können diese auf eine Vielzahl von gut- und auch bös­artigen Erkrankungen zurück­zuführen sein und auch funktionelle Störungen sind in dieser Region häufig. Gemeinsam ist den Erkrankungen des „Ausscheidungs­organs“ ein hoher Leidendruck. Dennoch trauen sich viele Betroffene nicht, einen Arzt auf­zu­­suchen, da es sich um eine sehr sensible Thematik handelt, die sehr scham­besetzt ist.

Dass es mit der „Proktologie“ sogar eine Spezialisierung innerhalb der Medizin gibt, die sich ausschließlich mit End­darm- und Anal­erkrankungen beschäftigt, ist in der Bevölkerung oft gar nicht bekannt. Durch die anatomische und funktionelle Komplexität der Analregion und auch der „Interdisziplinarität“ ist diese Spezialisierung jedoch mehr als gerechtfertigt. Die Proktologie bildet praktisch eine Schnittmenge aus Chirurgie, Gastroenterologie, Onkologie, Dermatologie und teils noch weiteren Fachgebieten.

Je nach vorliegender Erkrankungen umfasst das Fachgebiet die medikamentöse, operative und physiotherapeutische Therapie. Auch diätetische Maßnahmen kommen zum Einsatz, womit sich auch ein Berührungspunkt mit der Ernährungsmedizin ergibt.

Letztere beschäftigt sich sowohl mit der Prävention von Erkrankungen und auch mit der Unterstützung der Behandlung von Erkrankungen aus allen Fachgebieten durch gezielte Ernährungsmaßnahmen. Leider sind durch die typische Ernährung der Industrienationen über die Hälfte der Bevölkerung übergewichtig und bereits Kinder leiden in zunehmendem Maß an den typischen Wohlstandserkrankungen (u.a. Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen). Trotz der offensichtlichen Überernährung besteht häufig ein Mangel an Vitalstoffen (Vitamine, Spurenelemente und vieles mehr), was die gesundheitliche Situation noch zusätzlich verschlechtert.

› [direkt zur Praxis Dr. med. Eckenstein, MVZ Hainstraße]

© Poliklinik gGmbH Chemnitz