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20.10.16 11:51 Uhr

Rückblick 12. Chemnitzer Gynäkologisch-Onkologischer Workshop › 24.09.2016

Praxisrelevanz, Vielfalt und Interaktivität im interdisziplinären Austausch

Die Gynäkologische Onkologie zeichnet sich durch intensive klinische Forschung aus, was in immer kürzeren Intervallen zu neuen Publikationen, Änderungen der Leitlinien bzw. Empfehlungen der Fachgesellschaften und zur Aktualisierung des diagnostischen und therapeutischen Vorgehens führt.
Der Chemnitzer Gynäkologisch-Onkologische Workshop validiert traditionell entsprechende Studienergebnisse und deren Bedeutung für den Praxisalltag. Die Integration neuer Therapiemöglichkeiten in die konkrete Situation der Patienten in Klinik und Praxis bleibt eine fortwährende Herausforderung.

Dr. med. Jens Schnabel; Dr. med. Dieter Baaske; Prof. Dr. Frank Förster; Prof. Dr. med. Andreas Schneeweiß

(im Bild v.l.n.r.)


Mit dem Übergang neuer Erkenntnisse zur breiten Anwendung ist der direkte Austausch zwischen klinischer Forschung und den in der Praxis tätigen Kollegen von immer größerer Bedeutung. Viele Patientinnen und Patienten sind Nutznießer dieser Arbeit. Sie setzen große Hoffnungen in deren Tätigkeit, die auch im Hinblick auf die höhere Lebenserwartung in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert einnimmt.

Interdisziplinarität und Interprofessionalität prägten die Vorträge zur nunmehr zwölften Auflage des Workshops, die mit verschiedensten Falldemonstrationen wissenschaftliche Rationalen für getroffene Therapieentscheidungen den mehr als 50 Teilnehmern näher brachten und die umfassend erläutert und diskutiert wurden.

Die stürmischen Entwicklungen in der Therapie gynäkologischer Malignome und Mammakarzinome sowie in der Palliativmedizin und Supportivtherapie erfordern eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik. Besonders spannend sind dabei die Detektion neuer therapeutischer Targets in Form von Biomarkern und Pathways sowie die Überführung palliativer medikamentöser Behandlungsstrategien in die Adjuvanz bzw. Neoadjuvanz.

Ein gutes Beispiel ist die neoadjuvant (d.h. vor der Operation) durchzuführende Chemotherapie bei lokal fortgeschrittenen Mammakarzinomen mit nachfolgender brusterhaltender Therapie. Nach einer neoadjuvanten Chemotherapie sind bei Frauen mit frühen, dreifach negativen oder HER2- positiven Mammakarzinomen häufiger vollständige Tumorrückbildungen möglich als bei hormonrezeptorpositiven, HER2-negativen Karzinomen. Hinsichtlich der Systemtherapie gynäkologischer Malignome konnten praxisrelevante Ergebnisse, z. B. zur Erhaltungstherapie bei platinsensiblem Ovarialkarzinom sowie zur zielgerichteten Therapie beim metastasierten Zervixkarzinom dargestellt und bewertet werden.

Aus dem Blickwinkel des Radioonkologen wurden u. a. Kasuistiken zur Notwendigkeit aktinischer Interventionen nach kompletter pathologischer Tumorremission in der Brust erörtert. Daneben fanden palliativ-medizinische strahlentherapeutische Interventionen am Beispiel des Lymphknoten-metastasierten Vulvakarzinoms breites Interesse. Aus operativer Sicht wurde u. a. der Frage des Zeitpunktes der Sentinel-Lymphknoten-Biopsie im Kontext zur neoadjuvanten Systemtherapie beim Mammakarzinom nachgegangen und Algorithmen für die Praxis aufgezeigt.
Desweiteren demonstrierten die Referenten interessante Zufallsbefunde bei diagnostischen und operativen Maßnahmen und sensibilisierten damit die Zuhörerschaft für spezielle  differenzialdiag-nostische Überlegungen in der Gynäkologie und der Gynäkologischen Onkologie.

Die Fortbildungsveranstaltung zeigte abermals die Vielfalt des Fachgebietes. Auch in diesem Jahr ist es den Veranstaltern gelungen, interessante Tagungsschwerpunkte zu finden. Neben der intensiven ärztlichen und wissenschaftlichen Diskussion gab es in Chemnitz aber auch Gelegenheit zu persönlichem Austausch mit anregenden Gesprächen. Ohne ein breites Engagement wäre ein solch abwechslungsreiches Programm nicht realisierbar gewesen und daher gilt der herzliche Dank allen Akteuren, Partnern und Förderern, die sich mit eingebracht haben.

12. Chemnitzer Gynäkologisch-Onkologischer Workshop vom 24.09.2016


Weitere Informationen finden Sie [hier] › Direktlink zur Praxis [Prof. Dr. Frank Förster]


Jörg Kottwitz
Poliklinik gGmbH Chemnitz
Marketing/Öffentlichkeitsarbeit

 

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