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21.09.13 19:27 Uhr

Rückblick 9. Chemnitzer Gynäkologisch-onkologischer Workshop, 14.09.2013

Gynäkologische Malignome & Mammakarzinome im Fokus › From Bench to Bed

Das medizinische Wissen verdoppelt sich heutzutage innerhalb kur­zer Zeit. Jedoch finden nicht alle wissenschaftlichen Erkenntnisse sofort oder überhaupt Einzug in die praktische Tätigkeit. Die Flut er­hält­licher Informationen aus Fachliteratur und anderen Medien ist für den Einzelnen kaum noch zu überschauen und so werden Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen mit dem Ziel und dem Anspruch der Systematisierung neuer medizinsicher Erkenntnisse und der Überprüfung dieser im praktischen Alltag umso wichtiger.

Auf der Basis aktueller Erfahrungen und neuester klinischer Expertisen hatten sich die Initiatoren des „9. Chem­nitzer Gynäkologisch-onkologischen Workshops“ wiederum das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und den Einsatz wissenschaftlich begründeter, qualitätsgesicherter und praktikabler Methoden in der Onkologie fort­zu­schrei­ben, zu fördern und zu unterstützen.

Gerade in den letzten Jahren wurde viel über sogenanntes personalisiertes bzw. individualisiertes Therapie­management berichtet. Ein wichtiger Bestandteil dieser Überlegungen sind sogenannte zielgerichtete (Targeted-) Therapien. Als Ziele wurden zum Beispiel Rezeptoren oder Rezeptoruntereinheiten (Rezeptorkinasen), Rezeptor­liganden oder nachfolgende Pathways mit wichtigen Schlüsselenzymen für Zellteilung oder Aggressivität der Tumorzellen ausgemacht.

Diese neuen Therapien werden sowohl einzeln als auch in Kombination mit anderen zielgerichteten Medikamenten (duales Targeting) oder Chemotherapien in der Praxis mit den Intentionen Heilung, Lebensverlängerung, Aus­wei­tung der Zeit bis zum Wiederauftreten der Erkrankung, aber vor allem auch mit dem Ziel von Lebens­qualitäts­sicherung oder -zuwachs eingesetzt.

Je nach Stadium der Krebserkrankung formulieren und erörtern Arzt und Patientin gemeinsam die therapeutischen Ziele (Informed consent) und die entsprechende Therapie unter der Beachtung des Nebenwirkungsprofils. An ei­nem breiten Spektrum an Fallbeispielen mit intensiver, auch nicht selten kontroverser Diskussion zwischen Exper­ten und Workshopteilnehmern wurden solche gemeinsamen Entscheidungsfindungen besprochen und Konse­quen­zen abgeleitet.

Wichtige Themen in der Diskussion waren neben genetischen Beratungen bei Ersterkrankung jüngerer Patientinnen oder belasteter Familienanamnese die Auswahl der „richtigen“ diagnostischen und operativen Methoden sowie der entsprechenden systemischen Therapie, aber auch Fragen der Komplikationen, der Therapiesicherheit und des Nebenwirkungsmanagements. Jeder in der Behandlungskette Beteiligte sollte bzw. muss darüber ausreichend Kenntnis besitzen. Nur so sind alle Bemühungen und das Bestreben der Fachärzteschaft, das in sie gesetzte Ver­trauen der Patientinnen zu erfüllen, zielführend.
Ohne diese Form des kollegialen Erfahrungsaustausches mit konsequenter Wissensvermittlung, aber auch Wissens­überprüfung kann man dem Anspruch einer qualitätsgerechten onkologisch bzw. palliativmedizinischen Ver­sorgung der Patienten/-innen auch in Zukunft nicht gerecht werden.

Seit Jahren wird die Veranstaltung unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Frank Förster von der Sächsischen Landesärztekammer und der Arbeitsgemeinschaft für internistische Onkologie zertifiziert und hoch bewertet. In Fortsetzung der traditionell im September stattfindenden Veranstaltung blicken wir jetzt schon ge­spannt auf das Jubiläum zum dann 10. Gynäkologisch-onkologischen Workshop im kommenden Jahr.

Rückblick 9. Chemnitzer Gynäkologisch-onkologischer Workshop 2013

Über 70 Teilnehmer verschiedenster Fachrichtungen wie Radiologen, Gynäkologen, Pathologen und Internisten folgten der Einladung und nutzten den Workshop zur interaktiven Erörterung praxisnaher Falldarstellungen und Behandlungsmethoden, die sich aufgrund der unterschiedlichen Krankheitsfälle ergeben.

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