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10.05.17 11:46 Uhr

Warum versagt eine vordere Kreuzbandplastik?

Kreuzband-Symposium der Poliklinik gGmbH Chemnitz in Lichtenwalde

Dr. med. Olaf Schirmer, Facharzt für Chirurgie, Unfallchirurgie und Chirotherapie


Verborgen in der Tiefe unseres Kniegelenkes ist das vordere Kreuzband ein wichtiges und stark belastetes Band. Es verbindet den Oberschenkelknochen mit dem Schienbein und steuert einen großen Anteil zur Stabilität und Funktion dieses sehr komplex gebauten Gelenkes bei.

Von den wichtigen Bändern des Kniegelenks wird das vordere Kreuzband am häufigsten von Sportverletzungen betroffen. Rupturen (Risse) sind häufig Verletzungsfolgen von Traumen, bei denen unter Belastung gleichzeitig eine Drehung des Kniegelenkes stattfindet. Dabei werden neben dem vorderen Kreuzband häufig auch andere Strukturen am Kniegelenk mit verletzt. Diese komplexen Verletzungen treten vor allem bei Kontakt- und Ballsportarten wie Fußball und Basketball, dem Skisport, aber auch durch Sturz - bzw. Stolperunfälle auf.

Wird ein Kreuzbandriss diagnostiziert, ist die optimale Behandlung durch einen Spezialisten entscheidend für die Wiederherstellung und Vermeidung von Dauerschäden am Kniegelenk.

Trotz zunehmender Verbesserung der Versorgungsqualität und ständiger Weiterentwicklung von Operationsverfahren und Implantaten kommt es bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Patienten zur erneuten Verletzungen der primär versorgten Strukturen. Einen Überblick über die Strategien des Re-Ersatzes, die Bedeutung der peripheren Strukturen hinsichtlich der Kniegelenksstabilität und die physiotherapeutischen Möglichkeiten gab das diesjährige Kreuzband-Symposium am 22.03.2017 in Lichtenwalde.

Auf Einladung der Praxis für Sporttraumatologie und Unfallchirurgie von Dr. med. Olaf Schirmer in Frankenberg wurden Ursachen und Therapiemöglichkeiten einer Knieinstabilität in einer Weiterbildungsveranstaltung für Hausärzte, Chirurgen, Unfallchirurgen, Orthopäden und Physiotherapeuten der Region diskutiert.
Zusammen mit den Gastreferenten, Dr. med. Michael Wagner vom Sporthopaedicum Berlin und Andreas Brandt, Rehabil Hainichen ging Dr. Schirmer speziell auf die Ursachen des Versagens einer vorderen Kreuzbandplastik und potenzielle Fehlerquellen ein. Hier wurden Lösungsstrategien zur Korrektur bestehender Probleme und Rekonstruktionsmöglichkeiten der Bankstruktur im Kniegelenk aufgezeigt und wie das eigene Vorgehen im Klinikum Chemnitz umgesetzt wird.

Dr. Wagner vom Sporthopaedicum Berlin, ein deutschlandweit anerkannter Experte der Kniegelenkschirurgie, referierte zu den möglichen Begleitverletzungen der peripheren Strukturen, wie den Seitenbändern und dem Kapselbandapparat. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, auch diese Strukturen gleichzeitig mit einem Kreuzbandriss zu behandeln, da ein einzelner, isolierter Riss des vorderen Kreuzbandes eher seltener ist. Es wies darauf hin, dass ein Übersehen einer solchen Verletzung häufig das Versagen der ersten Operation am Kreuzband zur Folge hat. In anschaulichen Bildern wurden zukunftsweisende Operationsverfahren zur Behandlung derartiger Verletzungen gezeigt, die z.T. heute bereits im Klinikum Chemnitz durch Dr. Olaf Schirmer eingesetzt werden.

Andreas Brandt, Physiotherapeut aus Hainichen, berichtete über die Möglichkeiten der Vor- und Nachbehandlung von Patienten unter Einbeziehung der Trainingstherapie. Hierbei wurden neue Konzepte aufgezeigt, die eine schnellere Wiederherstellung der Funktion des verletzten Kniegelenkes bewirken können. Um die neusten Informationen aus Chirurgie, klinischer Praxis und medizinischen Forschungsprojekten aktuell zusammenzuhalten, ist der permanente Austausch der Fachärzte und Therapeuten in interdisziplinärer Zusammenarbeit unabdingbar. So werteten die rund fünfzig Besucher die Veranstaltung mit deutlichem Gewinn an Erkenntnissen.

Um die daraus resultierenden Therapieschemata permanent zum Wohle der Patienten zu bündeln, sind weitere Veranstaltungen dieser Art geplant.


Hintergrund:

Mit seinen Knochen, Knorpeln, Bändern, Sehnen und Menisken ist das Knie ein sehr komplexes Gelenk und besonders anfällig für verschiedenste Verletzungen. Die Kreuzbänder dienen der Stabilisierung des größten Gelenks im menschlichen Körper und der kontinuierlichen Führung in allen Bewegungspositionen. Sie zentrieren das Kniegelenk bereits, bevor die Muskeln bei einer Belastung als Stabilisatoren einspringen können.

Der Kreuzbandriss ist eine der schwierigsten und kompliziertesten Verletzungen des Kniegelenks. Nach einem (Sport-) Unfall leiden Betroffene meist an starken Schmerzen und das Knie schwillt infolge sichtbar an. Wird ein Kreuzbandriss nicht diagnostiziert und entsprechend behandelt, kommt es meist zu einer chronischen Instabilität des Kniegelenkes mit Schädigung der Menisken und des Gelenk-Knorpels.

Trotz der Vielzahl an Publikationen sind viele Fragen im Hinblick auf das vordere Kreuzband noch nicht gelöst oder werden in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Die Diagnose einer Kreuzbandruptur kann vom behandelnden Arzt meist bereits durch gezielte Untersuchungstechniken (Stabilitätstests) gestellt werden.

Kreuzband-Symposium 2017


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Jörg Kottwitz
Marketing/Öffentlichkeitsarbeit

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